ZUR GESCHICHTE DER

HIRSCH-APOTHEKE IN WISMAR

(Über die Geschichte der Gründung der Hirsch-Apotheke gibt eine Romanbiografie von Dr. Edith Framm: "Ein Mecklenburger Apothekerleben im 19. Jahrhundert" Auskunft, die zum Preis von 7.80 Euro im Buchhandel unter ISBN 978-3-00-020792-1 oder über den Deutschen Apotheker Verlag sowie in der Hirsch-Apotheke in Wismar bezogen werden kann. Auch eine Direktbestellung über edith.framm@web.de ist möglich.)

 

 

Wappen der Familie Framm

"Was Du ererbst von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen"

                                                           J.W.Goethe

Die Hirsch-Apotheke in Wismar kann auf eine mehr als 160jährige Geschichte zurückblicken.

Offizin

Im Jahre 1844 erteilten Bürgermeister und Rat dem Apotheker Carl Ludwig Friedrich Framm - einem Sohn des Doberaner Apothekers Johann Joachim Framm - das Privileg zur Eröffnung einer dritten Apotheke in Wismar.
Am 1. Januar 1845 wurde die Apotheke als "Neue Apotheke" eröffnet, den Namen "Hirsch-Apotheke" hat sie erst später erhalten.

Die Apotheke befindet sich in einem sehr alten Gebäude, das im 16. Jahrhundert erbaut wurde. Die  Einrichtung  des Verkaufsraumes (Offizin) stammt nahezu unverändert aus dem Jahre 1844 und steht wie das gesamte Gebäude unter Denkmalschutz.

Viele alte Standgefäße aus Glas und Porzellan sowie weitere Gerätschaften für die Arzneimittelherstellung sind erhalten. Ab 1859 wurden auch homöopathische Rezepturen angefertigt. Später gewann die Herstellung von Seifen, Pflastern und Wichsen, von Koliktropfen für Pferde und Rindvieh sowie vor allem von  Mäuse- und Rattengift den Charakter einer pharmazeutischen Kleinproduktion. Eine große Rolle spielte damals die Bereitung von Selterswässern, auch Limonaden wurden früher nur in Apotheken hergestellt.

Teil der Offizin

Carl Ludwig Friedrich Framm ging sogar soweit, im Schützenhaus vor dem Schweriner Tor einen Ausschank einzurichten, damit die Bürger der Stadt bei ihren Spaziergängen heilkräftige Wässer trinken konnten. Ein Patent des mecklenburgischen Großherzogs brachte 1859 den Apotheker in die erfreuliche Lage, ab 1859 als Hoflieferant zu firmieren.
1867 übernahmen die Söhne Carl und Friedrich Framm die Leitung der Apotheke. Friedrich Framm übergab sie 1905 an seinen Sohn Max Framm. Von 1929 - 1938 war die Apotheke an Werner Radloff verpachtet, bevor sie dann von Max-Joachim und Eva Framm weitergeführt werden konnte.

Beratungsraum

1978 übernahm ihr Sohn Dr. Joachim Framm die Leitung. In der Hirsch-Apotheke wurde 1981 der erste Beratungsraum auf dem Gebiet Ostdeutschlands  eingerichtet. Seither bilden Information und Beratung den  Schwerpunkt der pharmazeutischen Tätigkeiten. Fragen zur sachgemäßen Anwendung und Aufbewahrung von Arzneimitteln sowie zu deren Wirkungen, Neben- und Wechselwirkungen stehen im Vordergrund der  Patientengespräche - eine Aufgabe, die Apothekern inzwischen durch ihre Berufsordnung vorgegeben ist. Seit Jahren werden auch neue Formen einer intensiven Patienten-Betreuung erprobt und angeboten.

Ab 1990 konnte der bauliche Zustand der Apotheke von Grund auf verbessert werden, und die gesamte Einrichtung entspricht inzwischen den fortgeschrittenen Anforderungen. Auch der Denkmalpflege wurde - ermutigt durch das allgemeine Interesse - viel Aufmerksamkeit gewidmet.

Am 1. April 2009 übernahm Dr. Johann J. Framm die Leitung der Apotheke in der sechsten Generation. Er hat sich verstärkt der Arzneimittel-Herstellung zugewendet und wird von seiner Frau Almut unterstützt. Beide sind Fachapotheker für Allgemeinpharmazie.

Heute wie vor über 160 Jahren versorgt die Hirsch-Apotheke die Bevölkerung mit Arzneimitteln.

Labor

 
Alle Mitarbeiter bemühen sich, die Patienten und Kunden fürsorglich zu betreuen. Sie folgen einer guten Tradition, der sie sich auch in der Zukunft verpflichtet fühlen.

Wismar, im Juni 2009                                             Dr. Joachim Framm


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Letztmalig geändert am 12.7.2009. © Dr.Joachim Framm